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schneewittchensarg rams braun

Weniger und mehr

von Ursula Waitzmann
25. Juni 2010


Das Museum für angewandte Kunst in Frankfurt/Main zeigt bis 5.September  “less and more” Das Designethos von Dieter Rams…


Die Geschichte von Dieter Rams kann nur mit der Entwicklung der Firma Braun erzählt werden, mit dem Verweis auf die große Teamleistung und der Entwicklung des klaren “Braunstiles”. Seit Gründung des Unternehmens 1921 setzte der Hersteller von elektronischen Haushaltsgeräten auf moderne Technik. Aber erst 1955 kam dann der entscheidende Schritt , Erwin Braun nahm Kontakt zu der legendären Ulmer Hochschule für Gestaltung auf … fast zeitgleich begann Dieter Rams zunächst als Architekt in diesem Unternehmen, wurde aber sehr schnell Chef der Designabteilung. Es entstanden in Zusammenarbeit mit Hans Gugelot z.B.der bekannte SK4 “Schneewittchensarg” mit Plexiglasabdeckung oder das Taschenradio T3.






Rams forderte nicht nur innovatives, unaufdringliches Design, das ein Produkt brauchbar und verständlich macht ( etwas, was Apple ebenfalls genial bei seinen Produkten gelingt) , sondern auch eins, das umweltfreundlich und langlebig ist. Daraus resultiert auch sein Anspruch, nur ein neues Stück zu entwerfen, wenn es tatsächlich auch eine Neuerung in der Funktion gibt. Weniger, aber besser!


Bereits 1959 griffen fast alle an der IBA beteiligten Architekten für die Musterhäuser des Hansaviertels in Berlin wie Aalto, Gropius und Niemeyer zu Braun-Produkten und ab 1961 sind zahlreiche Entwürfe in der ständigen Sammlung des MOMA in New York zu finden. Zeitgleich entstanden für die Firma Vitsoe erweiterbare Systemmöbel, wie z.b. das sich heute bei sdr+ in Produktion befindliche und von uns sehr geschätzte Regalsystem 606 und das Sitzmöbelprogramm 620.





Faszinierend festzustellen, dass sein Designethos heute aktueller ist als sein minimalistischer Stil.


Dieter Rams hat einmal 10 Thesen aufgestellt, was für ihn gutes Design ausmacht:


Gutes Design ist innovativ.
Gutes Design macht ein Produkt brauchbar.
Gutes Design ist ästhetiches Design.
Gutes Design macht ein Produkt verständlich.
Gutes Design ist ehrlich.
Gutes Design ist unaufdringlich.
Gutes Design ist langlebig.
Gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail.
Gutes Design ist umweltfreundlich.
Gutes Design ist sowenig Design wie möglich.


Und heute? Unternehmen wie Apple mit seinem Chefdesigner Jonathan Ives, aber auch Muji mit Naoto Fukusawa nehmen Anleihen und bringen wieder extrem reduzierte Produkte.





Ausstellung:

Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
Schaumainkai 17 | Frankfurt am Main

Dienstag und Donnerstag bis Sonntag 10-17 h
Mittwoch 10-21 h
Montag geschlossen

http://www.angewandtekunst-frankfurt.de/


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